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VON MATTHIAS SCHLETTE
Kunstradfahrer brauchen f&uulm;r ihre artistischen Nummern auf zwei Rädern nicht nur Geschicklichkeit, sondern auch Mut. Das bewiesen sie beim Bezirkspokalwettbewerb in Petterweil, den der Radsportverein (RSV) Klein-Karben am Sonntag ausgerichtet hat. Am Start war auch die vereinseigen Nachwuchsabteilung. KARBEN 16. JANUAR Ein letztes Mal legt Heinz-Wilhelm Hartmann beruhigend seinen Arm um die schmalen Schultern von Marie Arndt und gibt ihr einen ermutigenden Klaps. Dann ist die 13-jährige Kunstradfahrerin der Jugendabteilung des RSV Klein-Karben allein auf sich gestellt. Vor einer mehrköpfigen Jury vollf¨hrt das Mädchen Kunststücke, diejedem, der schon einmal auf einem Fahrrad gesessen hat, den Atem Stocken lassen. Rückwärts unterwegsMarie tritt ein paar Mal in die - starr ohne Freilauf durch die Kette mit der Radnabe verbundenen - Pedale und fährt einen Kreis, sitzt bald auf dem Lenker, steht auf kleinen Fußrasten neben dem Fahrrad. . |
Klettert während der Fahrt über den Lenker, dreht sich um und fährt mit dem Rücken zur Fahrtrichtung. All das nur mit einem Fuß, der ihr vom letzten Sturz vor zwei Wochen im Training noch ein kleines bisschen weht tut. "Zum Glück hat sie sich nur eine Bänderdehnung geholt", sagt ihr Trainer Heinz-Wilhelm Hartmann, der auch Leiter der Abteilung Kunstradfahren im Radsportverein ist. Marie zeigt trotz der noch spürbaren Verletzung großen Mut: Sie steht mit einem Fuß auf dem Lenker und mit dem anderen auf dem Sattel ihres Spezial-Fahrrades. |
So lange bleiben nur die wenigsten dabei. Obwohl der Sport den Kindern auch, in anderen Lebensbereichen nützlich sein dürfte. Körpergefühl schulenSämtliche der insgesamt 75 Starterinnen und Starter aus den Vereinen im Bezirk sind gertenschlank. Was unter ihren Altersgenossen nicht die Regel ist. Die Kinder schulen ihre Koordination, Körperbeherrschung und das Körpergefühl auf spielerische Weise. "Außerdem dehnen wir uns immer gut und arbeiten auch an der Kondition des gesamten Körpers", sagt Hartmann. Bei den älteren Sportlern aber wird es "dünn". Selbst Hartmanns Sohn, der als junger jugendlicher erfolgreich Pokale sammelte, hat das Rad an den sprichwörtlichen Nagel gehängt. Freundin, Kumpels und die Schule nehmen einen wichtigeren Platz ein. Wie ein FormationstanzDennoch hofft Trainer Hartmann darauf, in Zukunft ein paar mehr Einradfahrer oder andere Karbener Kinder fürs Kunstrad zu begeistern. "Die Kinder lernen auch noch Teamverhalten", sagt Hartmann und deutet auf sechs Jungen auf der einen und zwei Mädchen auf der anderen Seite der Halle. Als w¨rden sie in Formation tanzen, hallen sie sich an den Händen. Auf Fahrrädern, die nur über das Hinterrad Kontakt zum Boden halten. |
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Auf dem Hinterrad in Formation: Vier Mädchen, die beim RSV Oppershofen das Kunstradfahren lernen. Auch sie kamen zum Wettbewerb nach Petterweil. (Bild: Monika Müller) |